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KNIE- UND SPORTORTHOPÄDIE

Wir haben uns auf die orthopädische Chirurgie spezialisiert. Im Folgende finden Sie eine Übersicht unserer Behandlungen und operativen Verfahren.


Operationen werden in der Paracelsusklinik am Silbersee Langenhagen durchgeführt.

Die Arthrose ist eine degenerative und häufigste Gelenkerkrankung, bei der es zu einem Verschleiß von Knorpel und Knochen kommt. Betroffen sind vor allem das Knie-, Hüft- und Schultergelenk.

Ursache
Jedes Gelenk unterliegt einem normalen altersbedingten Verschleiß. Einige Faktoren können diese Entwicklung beschleunigen, unter anderem Übergewicht, Überlastungen, Fehlstellungen, Entzündungen oder Verletzungen.

Symptome
– Belastungsschmerz
– Anlauf- und Ruheschmerz
– Nachtschmerz
– Gelenkschwellung
– Morgensteifigkeit in den Gelenken
–Einschränkung der Beweglichkeit

Diagnostik
– körperliche Untersuchung
– Röntgenaufnahmen des betroffenen Gelenkes
– MRT (in besonderen Fällen)

Therapie
An erster Stelle steht die konservative Therapie im Vordergrund
– physikalische Maßnahmen (z.B. Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Wärme- bzw. Kältebehandlungen, Elektro- und Ergotherapie)
– schmerzstillende und entzündunshemmende Medikamente (z.B. nicht steroidale Entzündungshemmer (NSAR)
– Gewichtsreduktion bei Übergewicht
– Injektionen (z.B. Hyaluronsäure, Lokalanästhetika, Cortison)
– Hilfsmittel (z.B. Pufferabsätze, Schuheinlagen, Schuhranderhöhungen, Orthesen, Bandagen, Gehhilfen)
– alternative Methoden (z.B. Stosswellen-Behandlungen)
– Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Glucosamin- und Chondroitinsulfat)
– Anpassung der Aktivität beim Sport

Wenn durch diese Behandlungen keine Besserung der Beschwerden erreicht werden kann, kann das geschädigte Gelenk operativ versorgt werden.

Bei oberflächigem und noch nicht fortgeschrittenem Gelenkverschleiß kann eine Reduktion von Symptomen eventuell durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erfolgen. Dabei können freie Gelenkkörper sowie instabile Knorpel- und Meniskusanteile entfernt und die schmerzhafte und entzündete Gelenkhaut teilweise reseziert werden. Eine Schmerzreduktion durch das Freispülen von Entzündungsmediatoren hervorgerufen werden. Diese Therapie bewirkt allerdings häufig nur eine relativ kurze Beschwerdereduktion.

Falls der Verschleiß nur einen isolierten Teil des Gelenkes betrifft, können eventuell Achskorrekturen oder eine Teil-Endoprothetik und bei fortgeschrittener Arthrose des gesamten Gelenkes die Total-Endoprothetik erfolgversprechend sein.

Eine sportmedizinische Beratung ist sowohl für den gesunden Sportler als auch den Patienten mit Arthrose wichtig.

Prävention von Arthrosen durch Sport
Moderate und regelmäßige körperliche Aktivität verringert das Arthroserisiko. Intensiv betriebener Sport fördert in der Regel nur in Verbindung mit weiteren negativen Faktoren die Entstehung einer Arthrose.

Empfehlungen für die richtige Sportart und die richtige Belastungsintensität für den Patienten mit Arthrose haben eine besondere Bedeutung.

Muskulatur und Arthrose
Eine Degeneration der Muskulatur kann mit einer Schädigung am Knorpel assoziiert sein. Die Minderung der muskulären Kraft führt zu Störungen der Koordination und damit zur Reduktion der Leistungsfähigkeit der Haltungs- und Bewegungsorgane als auch der aktiven Gelenkstabilisierung. Der älterwerdende Mensch weist ein erhöhtes Maß an muskulären Dysbalancen auf. Sportliche Aktivität wirkt diesen entgegen.

Sport bei Arthrose
Eine regelmäßige dosierte Sport-Belastung kann bei Arthrosepatienten zur Schmerzlinderung, Funktionsverbesserung und positiven psychologische Effekte führen.

Empfehlenswerte Sportarten
Es eignen sich generell die klassischen Ausdauersportarten wie
– Schwimmen
– Radfahren
– Dauerlauf
– Skilanglauf
– Aquajogging
– Walking

Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation kann es möglich sein, frühere sportliche Aktivitäten wie Ball-Sport (z.B. Fuss- und Handball, Basket- und Volleyball) und Rückschlagspiele (z.B. Tennis, Squash) angepasst wieder aufzunehmen.

Gymnastik
Als Vor- und Nachbereitung sportlicher Aktivitäten ist Gymnastik essentiell. Dabei geht es um Dehnung und Kräftigung der Muskulatur.

Ausdauersport
Fehlende Kondition stellt ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar. Daher ist Ausdauertraining wichtig. Darüberhinaus ist Ausdauersport insbesondere für den älteren Arthrose-Patienten zur Herz-Kreislaufprävention, Reduzierung von Übergewicht und bei Stoffwechselstörungen bedeutsam.

Die individuelle sportärztliche Beratung von gesunden Sportlern als auch Arthrosepatienten erfordert die Kenntnis über die unterschiedlichen Bewegungsmuster und Belastungen sowie über die Unfallgefährdung der einzelnen Sportarten. 

Die Kreuzbandruptur ist die häufigste Verletzung des Kniegelenks.

Riss des vorderen Kreuzbandes
– entsteht häufig bei einem Sprung oder beim plötzlichen Richtungswechsel ohne und auch mit Fremdeinwirkung.

Riss des hinteren Kreuzbandes
– ist seltener, meistens durch äußere mit von vorne einwirkender Kraft.

Symptomatik
– Gelenkerguss mit Schwellung des Kniegelenks
– Schmerzhaft eingeschränkte Kniegelenksbeweglichkeit
– Vollständige Streckung meist nicht möglich, daher wird das Knie in leichter Beugung gehalten
– Instabilität des Kniegelenkes nach vorne bzw. hinten, was Schäden des Knorpels und der Menisken verursachen kann.

Begleitverletzungen
– sind häufig
– Innen- bzw. Außenmeniskus-Schäden
– Risse des Innen- oder Außenbandes
– Knorpelverletzungen

Diagnostik
Klinische Untersuchung
– Beim Riss des vorderen Kreuzbands kann der Unterschenkel nach vorne,
– beim Riss des hinteren Kreuzbandes nach hinten geschoben werden

Bildgebung
– MRT (Magnetresonanztomographie)
– Röntgen zum Ausschluss knöcherner Verletzungen

Therapiemöglichkeiten
Eine Kreuzbandruptur sollte in jedem Fall behandelt werden. Nicht behandelte Kreuzbandrupturen können zu weiteren Schäden im Knie führen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind sowohl operativ als auch konservativ.

konservativ
– bei fehlender Instabilität des Kniegelenkes
– Physiotherapie
– frühfunktionelle Bewegungsübungen und Muskelaufbau

operativ
– bei Instabilität des Kniegelenkes
– bei abgeschwollenen und gut beweglichem Kniegelenk, was ggf. vor der Operation mit Physiotherapie erreicht werden kann

Vorderer und hinterer Kreuzbandersatz
– anatomische und biomechanische Rekonstruktion des Kreuzbandes
– arthroskopisch gestützt
– Reste des gerissenen Bandes werden entfernt und durch körpereigene Sehnen (Transplant) ersetzt.

Transplantatwahl
Semitendinosus-/Gracilissehne
– an der Innenseite des Kniegelenkes zum Oberschenkelknochen
– Bevorzugte Sehnen, da bessere biomechanische Eigenschaften und leichtere Entnahme

Quadrizepssehne
– mittlere Teil der Sehne des unteren Oberschenkelmuskels
– ggf. mit anhängenden Knochenteil aus der Kniescheibe
– vorwiegend für die sog. Revisionskreuzbandchirurgie

Kniescheibensehne
– mittlere Drittel der Kniescheibensehne mit anhängenden Knochenteilen aus der Kniescheibe und des Unterschenkelknochen
– ebenfalls vorwiegend für die sog. Revisionskreuzbandchirurgie

Behandlung nach Ersatz des vorderen Kreuzbandes
– krankengymnastisch gestützt
– Wiederherstellung der gesamten Gelenkfunktion
– Krankengymnastik und Lymphdrainage für die ersten 6 Wochen
– Weitere 6 Wochen Muskelaufbau des Oberschenkels krankengymnastisch gestützt
– ab 3. Monat Beginn Schwimmen und Fahrradfahren
– generelle Sportfreigabe frühestens nach 6 Monaten
– Wettkampfsport oder Rotationssportarten je nach Muskelstatus nach frühestens 8 Monaten
– vollständige Einheilung des vorderen Kreuzbands erst nach etwa einem Jahr

Hinterer Kreuzbandersatz
– Heilungstendenz bei konservativer Therapie ist hoch
– operativer Ersatz des hinteren Kreuzbandes meist bei komplexen Bandverletzungen und hinterer Instabilität

Behandlung nach Ersatz des hinteren Kreuzbandersatz
– Nachbehandlung ist komplexer
– starre Knieorthese mit einer stufenweisen Steigerung der Beweglichkeit über 6 Wochen
– ab 7. Woche bei freigegebenem Bewegungsausmaß Wechsel auf flexible Knieschiene ebenfalls für 6 Wochen
– Sportfreigabe je Muskelstatus nach 12 Monaten

Prognose
– Risiko einer Kniegelenksarthrose nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes erhöht
– Bei zusätzlichen Begleitverletzungen erhöht sich das Risiko
– Entwicklung einer Arthrose ist relativ langsam, abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Muskelstärke, körperlicher Aktivität
– Bei nicht behandelten Kreuzbandrupturen bleibt das Risiko einer Arthrose erhöht
– Bei Patienten mit einer Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes reduziert sich das Risiko deutlich

Prävention
– Spezielle Trainingskonzepte senken die Häufigkeit eines Kreuzbandrisses
– Stärkung der Muskulatur des Rumpfes und der unteren Extremitäten
– Verbesserung der Propriozeption (z.B. Balance-Übungen)
– gezieltes Aufwärmtraining

Meniskusschaden

Die Menisken sind C-förmige Knorpelscheiben in den Gelenkspalten des Kniegelenks. Es gibt es einen Innenmeniskus und einen Außenmeniskus.

Die Menisken vergrößern die Kontaktfläche im Kniegelenk und haben die Funktion eines Stoßdämpfers. Dadurch wird die Belastung des Gelenkknorpels reduziert.

Ein akuter Meniskusriss kann durch schnelle Rotationsbewegungen entstehen. Bei einem degenerativen Meniskusschaden wird das Meniskusgewebe ausgewalzt bis es reißt.

Symptome
– Schmerzen in der Kniekehle und an den Seiten
– Streckdefizite
– Schmerzhafte Bewegungseinschränkung durch Einklemmung von Meniskusgewebe
– Gelenkerguss bzw. Schwellung des Kniegelenkes

Diagnostik
– Klinische Untersuchung mit unterschiedlichen Tests
– Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie)
– Normale Röntgenaufnahmen zum Ausschluss knöcherner Verletzungen

Im MRT kann das Ausmaß der Meniskusschädigung beurteilt werden.


Therapiemöglichkeiten
Ein Meniskusriss, der symptomatisch ist, sollte therapiert werden.
– Eine Meniskusoperation erfolgt arthroskopisch
– Während der Arthroskopie wird entschieden, ob eine Meniskusnaht oder die Entfernung des betroffenen Meniskusschadens notwendig ist:

Meniskusnaht
– Bei bestimmten Rissen wird der Meniskus mit Nahtmaterial bzw. bioresorbierbaren Nahtanker wieder befestigt.

Nach der Operation
– Teilbelastung und stufenweise Freigabe einer Limitierung der Beweglichkeit
– Generelle Sportfreigabe nach etwa 6 Monaten
– Rotationssportarten abhängig vom Muskelstatus nach etwa 8 Monaten

Meniskusteilentfernung
– Bei degenerativen Schäden bzw. nicht rekonstruierbaren Rissen werden nur die geschädigten instabilen Fragmente des Meniskus entfernt

Nach der Operation
– Frühfunktionell mit schmerzadaptierter Vollbelastung ohne Limitierung der Beweglichkeit
– Generelle Sportfreigabe abhängig vom Muskelstatus nach etwa 4–6 Wochen. 

Bei einem Knorpelschaden in einem Gelenk besitzt der menschliche Körper nur eine begrenzte Fähigkeit zur eigenen Regeneration des normalen hyalinen Gelenkknorpels. Die Folgen können die Einschränkung der Gelenkfunktion und Schmerzen sein bis zur Entwicklung einer Arthrose.

Mit Hilfe von spezifischen Therapiemaßnahmen kann dem menschlichen Organismus geholfen werden, Knorpel-(Ersatz-)Gewebe zu regenerieren.

Die Behandlung von Knorpelschäden ist u.a. abhängig von:
– Ausmaß und Größe der Schädigung
– Alter des Patienten
– Gelenkstabilität
– Beinachse

Diagnostik
Um die richtige Methode zur Behandlung eines Knorpelschadens zu finden, werden neben einer Röntgen-Aufnahme und Beurteilung der Beinachse auch eine Magnetresonanz-tomographie (MRT) durchgeführt.

Operative Therapie
Bei lokalisierten und tiefgreifenden Knorpelschäden, bieten sich biologisch regenerative Therapiemöglichkeiten an.

Damit kann erreicht werden, die Knorpeloberfläche weitgehend wiederherzustellen und somit die Entwicklung einer Arthrose eventuell zu verhindern oder zu verlangsamen. Folgende stimulierende Verfahren stehen zu Verfügung, die insbesondere nach Größe des Defektes angewandt werden:

Anbohrung bzw. Mikrofrakturierung
Anregung zur Bildung von Faser-Knorpel durch Perforation des freiliegenden Knochens (Knochenmarkstimulationstechnik). (Defekte bis zu 2 cm²)

Matrix-Knochenmarksstimulation (Matrix-BMS)
Knochenmarksstimulation in Kombination mit einer mit patienteneigenem Blutserum bedeckten zellfreien Matrix. (Defekte von 2–4 cm²)

Refixation eines osteochondralen Fragments
Refixation eines abgelösten Knorpel-Knochen-Fragment (Traumatische Knorpelverletzung oder Osteochondrosis dissecans).

Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern (OATS, Mosaik-Plastik)
Entnahme eines oder mehrerer Knorpel-Knochen-Zylinder aus einer gering belasteten Region des Gelenks und Einsetzen dieser Zylinder in den Knorpeldefekt (tiefe Knorpel-Knochen-Defekten).

Autologe Knorpelzell-Transplantation (ACT)
Auffüllen lokaler Knorpeldefekte durch Züchtung von eigenen Knorpelzellen. (Defekte ab 4cm²)

Für dieses Verfahren sind in der Regel 2 Eingriffen notwendig. Im ersten Eingriff Entnahme von Knorpelstanzen zur Vermehrung von isolierten Knorpelzellen im Labor.

Nach etwa 6 Wochen im zweiten Eingriff Implantation der angezüchteten Knorpelzellen auf einer Matrix.

Nachbehandlung
Knorpel-Ersatz-Verfahren benötigen zur Regeneration eine Ent- bzw. Teilbelastungs-Phase von 6 bis zu 12 Wochen. Daher ist aufgrund der aufwendigen und langen Nachbehandlungszeit die Mitarbeit des Patienten (Compliance) mitentscheidend für den Therapieerfolg.

Bei gegenüberliegendem tiefgreifenden Defekten (sogenannten Kissing Lesion) ist die Anwendung dieser biologischen regenerativen Verfahren in der Regel nicht mehr sinnvoll. Alternativ könnte ggf. eine isolierte teil-endoprothetische Versorgung indiziert sein.

Das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen (Patello-Femoral-Gelenk) ist einer hohen funktionellen Beanspruchung ausgesetzt.

Die Fehlstellung der Kniescheibe ist häufig Hauptursache der Beschwerden.

Folgen können sein:
– vorderer Knieschmerz
– Knorpelschaden
– Instabilität der Patella

Dabei kann das klinische Beschwerdebild sehr vielfältig sein:
– Belastungsschmerz, z.B. Treppensteigen, tiefes Hocken, Sport
– Ruheschmerz, z.B. langes Sitzen mit angewinkelten Beinen
– Dauerschmerz
– Krepitationen, Einklemmungen, Überspringen der Patella
– Sub- oder vollständige Luxationen bei Bagatellbewegungen oder adäquatem Trauma

Diagnostik
Für die richtige Behandlungsmethode muss eine ausführliche klinische und bildgebende Diagnostik erfolgen.

Klinische Untersuchung
– Beinachse
– Grad einer evtl. Instabilität der Kniescheibe
– Muskuläre Defizite

Bildgebende Diagnostik
– Röntgen- mit ggf. Beinachsen-Aufnahmen
– Magnetresonanztomographie (MRT)

Therapie
Die Ursachen einer Patellainstabilität sind vielfältig und sollten therapiert werden.

Konservativ
– Kräftigung der Patella-stabilisierender Kniegelenksnahen und Rumpf-Muskulatur
– bei Erst-Luxation

Operativ
– Bei wiederkehrendem oder dauerhaft bestehendem Beschwerdebild
– Bei hochgradiger Pathologie


In Abhängigkeit der zugrundliegenden Ursache der Instabilität stehen u.a. folgende operative Optionen zur Verfügung:

Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL)
Bei traumatischer Erstluxation oder rezidivierender Patellaluxation ist das sogenannte MPFL (Band zur Stabilisierung der Kniescheibe nach innen) insuffizient oder gerissen. Daher ist die Rekonstruktion dieser Struktur biomechanisch entscheidend.

Im Rahmen der „dynamischen OP-Technik“ wird eine Knie-Beuge-Sehne am Ansatz abgesetzt, umgeleitet und am inneren Patellarand fixiert. Durch eine dynamische Anpassung der Spannung dieser Sehne erreicht man eine adäquate Stabilisierung der Kniescheibe.

Distalisierung bzw. Medialisierung der Tuberositas tibiae
Bei zu hoch (Patella alta) bzw. zu weit nach außen (Patella lateralisata) stehender Kniescheibe erfolgt eine knöcherne Versetzung des Ansatzes der Kniescheiben-Sehne nach unten (Distalisierung) und/oder nach innen (Medialisierung).

Trochleaplastik
Bei erheblicher Fehlanlage des Kniescheiben-Gleitlagers (Trochlea femoris) ist eine operative Vertiefung derselben notwendig.

X-Bein-Korrektur
Bei einem X-Bein (Genu valgum) ist die biomechanische Belastung der Patella soweit verändert, dass die ebenfalls zu einem vorderen Knieschmerz oder zu einer Patella-instabilität führen kann.

Der Oberschenkelknochen wird oberhalb der Kniegelenkes von der Innenseite durch-trennt, Entfernung eines Knochenkeiles und Schließen des Knochens. Das Korrektur-ergebnis wird mit einer winkelstabilen Platte stabilisiert. Abhängig vom jeweiligen Stabilisierungseffekt sind sämtliche operative Verfahren kombinierbar.

Fehlstellungen der Beinachse, wie ein O- oder X-Bein, können durch eine veränderte Biomechanik eine Überlastung des inneren oder des äußeren Kniekompartimentes verursachen, was eine fortschreitende Knorpelschädigung und sogar eine Arthrose verursachen kann.

Eine Korrektur der Beinachse verbessert die Biomechanik und reduziert die Belastung des geschädigten Gelenkkompartimentes. Dies kann auch der Entwicklung einer einseitigen Arthrose vorbeugen.

O-Bein-Korrektur (Genu varum)
Die operative Korrektur einer O-Beinfehlstellung erfolgt unterhalb des Kniegelenkes. Der Schienbeinkopf wird dabei von der Innenseite durchtrennt.

Nach keilförmiger Öffnung des Knochens erfolgt die Fixierung des Korrekturergebnisses durch eine winkelstabile Platte.

X-Bein-Korrektur (Genu valgum)
In ähnlicher Weise erfolgt die Korrektur eines X-Beines, jedoch oberhalb des Kniegelenkes am unteren Oberschenkelknochen.

Der Oberschenkelknochen wird ebenfalls von der Innenseite durchtrennt, allerdings mit Entfernung eines Knochenkeiles und Schließen des Knochens. Auch hier wird das Korrekturergebnis mit einer winkelstabilen Platte stabilisiert.


Fehlstellungen der Beine können vielfältig sein. So können auch Rotationsfehler oder eine Überstreckbarkeit des Kniegelenkes (Genu recurvatum) in analoger Vorgehensweise korrigiert werden.

Grundsätzlich wird anhand einer klinischen und radiologischen Analyse der Fehlstellung des Beines entschieden, welche Korrektur und an welcher Stelle diese durchgeführt wird. Dabei können auch Korrekturen kombiniert werden.

Schlittenprothese
Wenn der Verschleiß (Arthrose) im Gelenk streng nur auf einen Kompartiment begrenzt ist, besteht die Möglichkeit eines Teilersatzes.

Häufiger ist der innere, aber auch der äußere Gelenkabschnitt des Kniegelenkes kann betroffen sein. Dann kann die Implantation einer sogenannten Schlittenprothese erwogen werden. Dabei werden die verschlissenen Gelenkoberflächen durch Metallimplantate ersetzt mit einem dazwischen liegenden Kunststoffimplantat als Gleitfläche. Voraussetzung sind stabile Kniegelenksbänder.

Patellofemoraler Ersatz
Zeigen die Rückfläche der Kniescheibe und ihr Gleitlager einen isolierten höhergradigen Verschleiß (Arthrose), kann auch dieser sogenannte patellofemorale Gelenkabschnitt mit einer Prothese versorgt werden. Dabei werden jeweils die Oberflächen das Gleitlager metallisch und die Rückfläche der Kniescheibe ersetzt.

Knie- und Hüftgelenks-Ersatz (Totalendoprothese – TEP)

Einen fortgeschrittenen Verschleiß des Knorpels des Kniegelenks nennt man Gonarthrose, des Hüftgelenks Koxarthrose.

Zusätzlich können Knochenveränderungen und entzündliche Reaktionen der Gelenkschleimhaut auftreten.

Ursachen
– Verschleiß des Knorpels (Arthrose)
– angeborene Fehlstellung
– erworbene Fehlstellung (z. B. nach Knochenbrüchen)
– Entzündungen (Arthritis, Rheuma)
– Absterben von Knochengewebe (Nekrose)

Symptomatik
– Bewegungsschmerzen im betroffenen Gelenk
– Gelenkschwellung
– eingeschränkte Beweglichkeit
– Ruheschmerzen
– Muskelschwäche
– zunehmende Fehlstellung

Diagnostik
– klinische Untersuchung
–Röntgen
–MRT (in besonderen Fällen)

Therapie
Bei ausbleibender Beschwerdelinderung unter konservativen bzw. nicht-operativen Maßnahmen ist der künstliche Ersatz des Gelenks durch eine Endoprothese eine operative Möglichkeit, die Beschwerden zu reduzieren und die Beweglichkeit des Gelenkes zu verbessern.

Bei der Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) werden die verschlissenen Oberflächen des Kniegelenkes am Ober- und Unterschenkel entfernt und jeweils mit einer metallischen Oberfläche ersetzt. Als Gleitfläche wird zwischen diese Metallkomponenten wird ein gehärteter Kunststoff-Inlay eingesetzt.

Im Rahmen der Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) wird der vom Verschleiß betroffene Hüftkopf entfernt. Die Hüftpfanne wird durch eine metallische Pfanne oberflächlich ersetzt und zusätzlich mit einen gehärteten Kunststoff- oder Keramik-Inlay versehen. In den Oberschenkelknochen wird der metallische Schaft-Anteil der Endoprothese einsetzt. Als Ersatz des Hüftkopfs wird eine Keramik- oder Metall-Kugel auf diesen Schaft gesetzt.

Nach der Operation
– schmerzabhängige Vollbelastung an Unterarmgehstützten
– Krankengymnastik, bei Bedarf Lymphdrainage
– etwa 10–14 Tage Krankenhausaufenthalt
– im Anschluss etwa 3 wöchige Reha-Maßnahme
– dann weitere ambulante Physiotherapie

Der Prozess bis zur vollständigen Genesung erfolgt über 9–12 Monate in mehreren Schritten.

Prognose
Der künstliche Gelenkersatz verbessert ihre Lebensqualität, kann aber auch Veränderungen ihrer Lebensführung zur Folge haben.

Nach langjährigen Erfahrungen mit Endoprothesen kann im Normalfall von einer mittleren Lebensdauer der Prothese von etwa 15 Jahren ausgegangen werden.

Bei erfolgreicher Behandlung können sie private und gegebenenfalls auch berufliche Tätigkeiten wiederaufnehmen. Auch sportliche Aktivitäten sind wieder in einem begrenzten Maß möglich und sogar wünschenswert.

Früh- und Spätkomplikationen
Frühzeitig nach einer Operation auftretende Komplikationen sind beispielsweise eine Infektion durch Bakterien oder eine Verrenkung der Prothese. Diese Komplikationen sind jedoch selten und treten in etwa 1% der Fälle auf.

Spätkomplikationen wie Fehlbelastungen, Infektionen, Unfälle oder auch ein Materialver-schleiß können zu einer Lockerung der Prothese im Knochen führen. Dann muss eventuell ein Wechsel der Prothese erfolgen.

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Es wirkt als Schmiermittel bzw. Reibungsschutz und verringert die Abnutzung der Gelenke. Hyaluronsäurepräparate werden dazu in die vom Verschleiß betroffenen Gelenke gespritzt.

Man unterscheidet zwischen radialen (niederenergetischen) und fokussierten (hochenergetischen) Stoßwellen.

Fokussierte Stoßwellen werden verwendet:
– zur Auflösung von Verkalkungen an Sehnen und Kalk-Einlagerungen in Gelenken

Radiale Stoßwellen werden zur Behandlung bei Schmerzen an Sehnenansätzen eingesetzt:
– Tennis- und Golfer-Ellenbogen
– Fersensporn mit Plantarfasziitis
– Arthrose
– chronischen Schmerzen an knochennahen Weichteilen

Des Weiteren ist die Stoßwellen-Behandlung ein Verfahren gegen:
– Muskelverhärtungen (Myogelosen) z.B. im Nackenbereich sowie am unteren Rücken